CD versus MP3 versus Spotify und Co.

Da wir auch im Musikbereich auf verschiedenen Festivals aktiv sind, kommt natürlich immer wieder auch bei uns mal die Diskussion auf, lieber CD oder MP3? Oder Streamingdienste wie Spotify und Co?

Die Meinungen gehen weit auseinander. Ich mag zum Beispiel CD´s, weil ich einfach noch was in der Hand habe, das Booklet lesen und ganz oldschool dazu die Seiten umblättern kann. Ein wenig erinnert es mich, zugegebener Maßen, ja auch noch an die LP´s, die ich früher so gern gesammelt habe. Und ja, irgendwie habe ich zumindest ein bisschen das gute Gefühl, den Künstler im Vergleich zu MP3 und Streaming zu Unterstützen. Warum?

Selbst bei den CD Verkäufen erhalten die Künstler aufgrund von Abgaben an die Verkäufer, den Vertrieb, das Label, die Gema, Mehrwertsteuer etc. im Durchschnitt nur ca. 15-20%.*

Lädt man sich das Album als MP3 herunter, ist dies in den meisten Fällen günstiger, wodurch der Gesamtgewinn des Künstlers deutlich verringert wird. Beim Streaming bezahlt der Nutzer eine monatliche Gebühr und kann so viel Musik legal hören, wie er möchte. Pro gestreamten Song bekommt der Künstler je nach Anbieter ca. 0,0013 €*. Da muß schon eine ganze Menge an Streams erfolgen, bis eine nennenswerte Zahl heraus kommt.

Als Nutzer weiß ich den Vorteil von MP3´s natürlich auch zu schätzen. Entweder auf dem Handy oder als MP3-Player habe ich immer alles klein und handlich dabei. Gefühlt unendlich viele Songs – je nach GB auf dem Gerät – immer verfügbar, je nach Lust und Laune, das hat schon was.

Und ja, auch Streaming hat seinen Reiz. Manche Alben hätte ich mir sicher nicht gekauft, hätte ich nicht über das Streaming ausführlich reinhören können. Was dann wieder von Vorteil auch für den Künstler ist. Warum ich kaufe obwohl ich streame? Da sind wir dann wieder bei dem ersten Punkt: Haptik, Booklet… so viel Luxus gönne ich mir ab und an.

Ich denke, eine gesunde Mischung aus allem ist durchaus sinnvoll. Letztendlich muss jeder für sich das richtige Angebot heraus finden und nutzen. Und ich bin mir sicher, dass die Musikindustrie auch in Zukunft noch weitere, spannende Möglichkeiten anbieten wird.

*Alle Zahlen sind Durchschnittswerte als Anhaltspunkte und können je nach Label, Verkäufer, Angebot etc. variieren.