Facebooks neue Nutzungsbedingungen – Was bringt uns das?

Auch nachdem die neuen Facebook Richtlinien am 30. Januar 2016 in Kraft getreten sind, bleibt es spannend um das soziale Netzwerk. Datenschützer haben Facebook eine Frist gesetzt, denn der Forderung, die Regeln bis zum Ende des laufenden Prüfverfahrens zu verschieben, ist Facebook nicht gefolgt. Bis Ende Februar hat Facebook nun Zeit die Vorwürfe, es würde Daten künftig mit weiteren Unternehmen wie WhatsApp und Instagram austauschen, zu entkräften. Andernfalls möchten die Datenschützer rechtlich gegen Facebook vorgehen, mal wieder. So einige Versuche, die deutschen Datenschutzbestimmungen auf das Unternehmen mit Sitz in Irland anzuwenden, sind bereits vor Gericht gescheitert. So fern liegt der Gedanke der Datenschützer und Politiker jedoch nicht, gehören doch Instagram und WhatsApp beide Facebook.

Als ehemalige Datenschutzbeauftragte eines Unternehmens kann ich die Zweifel durchaus verstehen. Wissen ist Macht und Facebook kann nun eine ganze Menge Daten sammeln, auswerten und nutzen. In wie weit das Unternehmen das wirklich macht, werden wir Nutzer wohl nie ganz erfahren.

Nichts desto trotz verstehe ich die plötzliche Überraschung einiger Facebook-Nutzer nicht. Facebook – wie auch andere Soziale Netzwerke – haben schon vorher Rechte an den upgeloadeten Bildern erworben. Haben diese Nutzer die Bedingungen nie richtig gelesen?

Und auch Werbung wird schon seit Jahren zielgerichtet im Internet ausgespielt. Ist denen etwa noch nie aufgefallen, dass wenn sie z.B. Schuhe gesucht haben, in den nächsten Tagen nach der Suche immer wieder Werbeanzeigen zu diesem Thema ausgespielt werden und nicht etwas der Tauchanzug oder etwas anderes?

Als Marketingagentur sind diese Möglichkeiten natürlich ein Traum. Wir wissen, dass der Internetnutzer etwas sucht, dass wir haben und können ihm im Zeitraum der Suche die Werbeanzeige online ausspielen. Die Wahrnehmung ist dadurch natürlich wesentlich höher, wie auch die Chance, dass er die Seite mit dem Angebot besucht.

Wenn das gleiche nun also auch auf Facebook passiert, ist das für Marketingunternehmen natürlich ideal. Auch wenn man zuvor schon viele Merkmale angeben konnte, um die richtige Zielgruppe zu erreichen, so wäre dies ein guter Schritt weiter, um den sogenannten Streuverlust zu vermeiden. Das Marketingbudget kann noch effektiver eingesetzt werden.

Ich denke, als Internetnutzer sollte man einen gesunden Respekt und Verstand walten lassen zum Umgang mit den eigenen Daten im Netz. Facebook ist wahrlich nicht das einzige Unternehmen, es wird nur gerne immer und immer wieder als Beispiel heran gezogen.