Was Blogs den Unternehmen bringen

Ich gebe zu, ich habe lange überlegt, ob ich auch noch einen Blog einführen soll, sowohl bei meinem damaligen Arbeitgeber als auch Ende letzten Jahres für meine Agentur. Auf den ersten Blick bedeutet es Arbeit. Themen überlegen, Texte erstellen und aktuelle Zahlen recherchieren, SEO optimieren, Bilder suchen usw. Es ist auch nicht immer leicht, die Kollegen zu motivieren, auch mal eine Blogtext zu schreiben.

Warum haben wir – wie so viele anderen Unternehmen auch – also nun einen Unternehmensblog, auch Corporate Blog genannt?

Mit der Bedeutung von Social Media und Content Marketing wuchs auch die Bedeutung der Corporate Blogs. Statt Marketinggeschwafel wird auf eine authentische Kommunikation Wert gelegt, der Dialog mit den Kunden wird gesucht, was beides positiv auf die Außendarstellung wirkt.

Die Bedeutung von Content Marketing und Social Media habe ich in früheren Blogbeiträgen bereits erörtert, daher gehe ich hier nicht noch einmal darauf ein.

Der Blog ermöglicht es Unternehmen, sich transparent, kompetent und glaubwürdig zu präsentieren. Der Blick hinter die Kulissen, spannende Themen im Unternehmen, ein wenig Entertainment, Tipps und Tricks gehören genauso dazu wie persönliche Berichte von Mitarbeitern. Hier spricht man von Mensch zu Mensch. Das Unternehmen ist nicht mehr die unbekannte Variabel, es gibt Namen, Gesichter, Geschichten.

Aber warum reichen nicht einfach Facebook und Co?

Auf fremden Seiten/Kanälen ist man abhängig von den Plattformen, ihren Regeln und Gesetzen und schlichtweg auch von ihrem sein. Was passiert, wenn Facebook irgendwann aufgibt und man die ganze Kommunikation nur dort geführt hat? Was ist, wenn ich mehr als 140 Zeichen wie bei Twitter benötige? Es gibt viele Beispiele. Auf einem Unternehmensblog ist man frei. Grundsätzlich zumindest. Natürlich sollten auch hier Regeln für alle Schreiberlinge gelten. Eine sogenannte Blog-Guideline hilft, eine gemeinsame Sprache zu finden. Fragen wie „Duzen oder Siezen“ wir, do´s and don´ts etc. werden aufgeführt.

Mit einem eigenen Blog besteht also eine relativ freie Möglichkeit der Darstellung von Inhalten hinsichtlich Länge, Einbindung von Fotos und Videos, Whitepapers etc. Jeder Blogtext sollte des Weiteren eine Verlinkung und Share-Funktionen zu den Sozialen Netzwerken aufweisen, ebenso wie eine Kommentarfunktion, schließlich möchten wir ja in den Dialog mit den Lesern treten. Und ideal ist natürlich eine Call-to-Action Aufforderung.

Ein weiterer, großer Vorteil ist bei der Integration des Blogs auf den Unternehmensseiten der SEO Effekt. Sind die Texte seo-optimiert und bestehen aus guten, einzigartigen Content, werden Sie von den Suchmaschinen gut indiziert. Des Weiteren bleiben die Besucher länger auf Eurer Seite, was wiederum von google positiv bewertet wird. Werden die Texte dann noch geteilt und weiter verbreitet, ist es ein weiterer Pluspunkt in den Bemühungen um ein gutes Suchmaschinenergebnis.

Zahlen und Fakten

  • Gut 50% der PR- und Marketingexperten verwenden bereits einen Blog.
  • Unternehmen die erfolgreich bloggen, haben im Durchschnitt 55% mehr Besucher auf ihrer Website.
  • Blogging war 2012 die erfolgreichste Markeitng-Methode um Traffic auf Websites zu steigern
  • Am meisten Leads wurden 2012 geniert durch: 1. Landingpages, 2. Blogging, 3. SEO
  • Wer das Optimum erzielen will, sollte zu Beginn 2-3 Mal die Woche bloggen.
  • Wichtig ist, den Blog nicht für die Verbreitung von Pressemeldungen zu nutzen, die kann sich jeder Interessierte auch woanders ansehen.

Wer sich für einen Blog entscheidet, sollte sich auch über die personellen Ressourcen im Klaren sein. Ein nur selten oder schlecht gepflegter Blog führt auf Dauer zum Misserfolg.

Die gute Nachricht zum Schluss: Da man bei Blogtexten relativ frei aus seiner eigenen Sicht schreiben kann und ab und an auch mal positives Feedback der Leser erhält, ist es nach anfänglichen Schwierigkeiten einfacher, Mitarbeiter zum Schreiben zu bewegen. Und auch man selbst findet von Text zu Text immer mehr Freude daran!